Geschichte


 

Die Geschichte des Feuers

Eine gemütliche, behagliche Umgebung zu schaffen, ist eine charakteristische Eigenschaft des Feuers.

Es spendet nicht nur Licht und Wärme, sondern steht in entscheidendem Zusammenhang mit der Entwicklung  von Mensch, Technik und Wissenschaft.

Feuer steht jedoch auch seit jeher für Zerstörung, Verwüstung, Schrecken und Katastrophen.

In den Legenden  der Vorfahren alter Kulturen  ist  oft  überliefert, dass das Feuer aus dem Himmel oder von den Göttern zur Erde gebracht wurde. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um natürliche Kräfte wie in etwa Blitze, Vulkanausbrüche oder um offene Lavaströme handelte.

Bevor der Mensch es verstand, selbst Feuer zu machen, mußte ein solches , aus einem glücklichen Zufall erlangtes Feuer ,besonders behandelt ,bewacht und gefüttert werden .

Mit diesen wichtigen Aufgaben wurden deshalb auch nur besonders mit der Natur in Verbindung stehende Personen betraut, die sich auf die Erhaltung und Pflege des Feuers verstanden.

Das schloss auch die Vernichtung desselben im Notfall ein.

Die Bedeutung und der Stellenwert des Feuers im täglichen Leben stieg  bedeutend, als der Mensch in der Lage war jederzeit und überall selbst Feuer zu machen.

Es fand nicht nur Anwendung im Hausgebrauch oder zum Schutz der Menschen, es spielte auch in den magischen  oder symbolischen Rituellen eine immer größere Rolle.

Auch aus religiösen oder kultischen Zeremonien ist das Feuer nicht mehr wegzudenken.

Es liegt nah, dass das Feuer natürlich auch kriegerischen und zerstörerischen Zwecken diente.

 

 

       Die Bekämpfung des Feuers

Parallel zur Entwicklung der Anwendung von Feuer, gewann der Schutz vor Schäden und die Bekämpfung von Bränden immer größere Bedeutung.

Im Laufe der Zeit entdeckte man verschiedene Methoden, ein außer Kontrolle geratenes Feuer in seine Schranken zurückzuweisen.

Auch heute werden ständig neue Wege der Brandbekämpfung erprobt und in den Dienst gestellt.

Um den für die Bevölkerung notwendigen Feuerschutz zu gewährleiste, wurden seit Jahrtausenden Feuerlöschtrupps von den Regierungsoberhäuptern  organisiert und gefördert.

Historische Nachweise hierfür finden sich unter anderem in  Papyrusschriften des alten Ägypten, römischen Schrifttafeln, und verschiedenen Feuerlöschordnungen des Mittelalters .

Nachdem im Jahre 1666 eine verheerende Brandkatastrophe ca. 80 Prozent der Londoner City in Schutt und Asche gelegt hat,  wurde wenig später die erste Feuerversicherungsanstalt in Europa gegründet.

Dies bedeutete einen großen Sprung in der Entwicklung des Brandschutzwesens.

Die Londoner Versicherungsanstalt unterhielt eine eigene Feuerwehr, welche die versicherten Häuser besonders schützte und im Notfall löschte.

Daraus wurde  später eine allgemeine Feuerwehr gebildet, die für alle Bürger gleichen Schutz und  Hilfe sicherstellte.

Die Bildung von  Brandschutzwehren gestaltete sich jedoch im Europa der Kriege und Aufstände  sehr schwierig. So gab es lange Zeit noch Städte und Landstriche, die lediglich mit eine Feuerlösch-, und Brandschutzordnung auskommen mußten. Im Brandfalle war man nach wie vor auf die Hilfe von Nachbarn und anderen Bürgern angewiesen.

Heute hat sich ein sehr gut organisiertes Netzwerk  aus Berufs-, Werks-, und Freiwilligen Feuerwehren entwickelt. Auch tragen verbesserte Regelungen im vorbeugenden Brandschutz, sowie strengere baupolizeiliche Vorschriften  zum Schutze des Menschen und dessen Hab und Gut bei.

Diese System sichert einen flächendeckenden vorbeugende Schutz und gewährleistet einen schnellen Einsatz bei Bränden, Hilfeleistungen, Rettungen der verschiedensten Art und Größenordnungen.

Zusammen mit entsprechenden Ausrüstungen , fachlichen Ausbildungen, guten Informations- und  Alarmierungstechnik und nicht zuletzt der persönliche Einsatz jedes einzelnen Feuerwehrmannes bildet dieses gut aufgebaute  Flechtwerk  einen schlagkräftigen Schutz und bedeutet schnelle Hilfe  im Notfall.

 

 

So war’s früher bei der Feuerwehr Münster

Wie in Deutschland seinerzeit üblich, wurde auch in Münster eine Pflichtfeuerwehr einberufen. Jeder Mann zwischen 16 und 60 Jahren war verpflichtet, an regelmäßigen Feuerwehrübungen teilzunehmen, und im Brandfalle zur Stelle zu sein.

Bei den Pflichtfeuerwehren herrschte eine halbmilitärische Ordnung, weshalb bei den Übungen nicht nur der wehrtechnische Ernstfall, sondern auch  das exerzieren auf dem Programm stand.

Während der Kriegsjahre fanden keine Übungen statt, da die Männer größtenteils vom Militär verpflichtet worden waren. Als dann 1945 die Scheunen und Ställe von P. Buss und K. Ruppel  sowie die alte Schule brannten, mußten Soldaten, welche hier Quartier bezogen hatten, die Spritze bedienen. Russen die als Arbeiter verdingt waren und die Münsterer Frauen bildeten eine Eimerkette zum Bach. Wegen des engagierten Eingreifens aller Beteiligten konnten zumindest die Wohnhäuser gerettet werden. Der Rest wurde ein Raub der Flammen.

Die Alarmierung

Die Alarmierung erfolgte anfangs mit der Trompete und verschiedenen Signaltönen. Ab dem Jahre 1937 blies man  nur noch einen Ton. Erst in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die bis heute in Betrieb stehende Sirene  eingeführt.

Die Ausrüstung

Die „ Uniform“ der Männer bestand damals nur  aus einer breiten, baumwollenen beige-rot-schwarzen Armbinde mit Zahlen und aus einem Bauchgurt aus demselben Material mit Metallringen versehen. Durch diese Ringe wurden Sicherungsseile gezogen oder Äxte befestigt.  Nicht allen Männern konnte ein Helm zur Verfügung gestellt werden.

Lange Leitern und Feuerhaken waren auf Pritschen im Leiterhäuschen am Turnerplatz gelagert. Die Schläuche wurden im Schlauchturm zum trocknen hochgezogen, und die Spritze stand im Spritzenhaus in der Untergasse.

Die erste Feuerspritze wurde im Jahre 1869 als Ergänzung der bis dahin gebräuchlichen Eimerketten angeschafft. Sie war mit einer Druckpumpe ausgerüstet.

Wasser wurde mit einer Saugpumpe in einen Metallbehälter auf dem Spritzenwagen geleitet, und von dort mit der Druckpumpe durch die Schläuche zur Feuerstelle befördert.

1927 löste ein neueres Modell diese Spritze ab. Diese mit einer besseren Saug-/Pumptechnik

ausgestattete Spritze mußte nicht mehr wie bisher von 8 Männern, sondern nur noch von 6 Männern bedient werden.

 

 

Die Chronik der Münsterer Feuerwehr

 

1951   Am 07.03.1951 wurde die Pflichtfeuerwehr durch eine Versammlung aufgelöst, und gleichzeitig eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der Grundgedanke dieser Gründung war es, dass "eine Sache die auf freiwilliger Basis aufgebaut ist, mehr Erfolg haben würde als wenn sie mit Zwang ausgeübt wird." Bereits im Mai 1951 nahmen 12 Kameraden aus Münster erfolgreich an einem Maschinistenlehrgang teil. Der Lehrgang wurde für die Wehren aus Maibach, Bodenrod, Langenhain-Ziegenberg, Fauerbach und der hiesigen Wehr in Münster vom Kreisverband abgehalten. Desweiteren wurden im Gründungsjahr 6 Übungen abgehalten, die von angenommenen Brandfällen, über Geräteprüfungen bis hin zu unvorbereiteten Alarmierungen eine reichhaltige Trainingspalette bereithielten . Einsätze wurden in diesem Jahr nicht verzeichnet.

1952  Am 09.03.1952 fand nach einjährigem Bestehen die 1. Generalversammlung statt. Bei der gut besuchten Versammlung  wurde der schlechte Zustand des Gerätehauses, sowie die Unpünktlichkeit der Kameraden bei den Übungen besonders hervorgehoben. Es wurden verschiedene Anschaffungsanträge gestellt. So zum Beispiel  wurde die Beschaffung einer Schlauchbrücke, einer Fettpresse sowie einige Verbesserungen für das Gerätehaus beantragt. Die Anträge wurden im Sinne einer gut funktionierenden Brandwehr genehmigt und am 02.06.1952 ausgeführt. In diesem Jahr wurden außer den 5 Übungen auch 3 Einsätze absolviert. Neben 2 Arbeitseinsätzen zur Reinigung der Ortsstraßen wegen Bauarbeiten, wurde am 28.07.1952 ein Waldbrand am Hausberg zusammen mit den Wehren  aus den umliegenden Ortschaften und aus Butzbach erfolgreich bekämpft.

1953    Die Generalversammlung, die am 07.03.1953 abgehalten wurde wieder von fast allen Kameraden besucht. Abgesehen von den Abstimmungen über eine gemeinsame Übung mit Wehren aus Maibach und Bodenrod  sowie einer Teilnahme an einem Wettleistungskampf stand erneut die Ausrüstung der Feuerwehr Münster im Vordergrund. Als notwendig beantragt wurden Gurte für die Steigertrupps und Uniformröcke für die Männer des Motorzuges. Die Kosten dieser und weiterer Anschaffungen wurden nach einem Vorschlag der Gemeindevertretung zu 1 Drittel der Wehr und zu 2 Drittel der Gemeinde auferlegt. In diesem Jahr leisteten die Münsterer Wehrmänner 6 Übungen ab. Am 22.07.1953 rettete der Steigertrupp ein Kind welches sich in einem Mansardenzimmer eingeschlossen hatte.

1954    Die vierte Generalversammlung wurde am 13.03.1954 abgehalten. Nach 3 jähriger Amtszeit wurde ein standen die Neuwahlen des Vorstandes auf dem Tagesordnungsprogramm. Zudem wurde die Anschaffung 6 neuer Uniformen beschlossen. Die Männer nahmen an 4 Übungen und einer Lehrfilmveranstaltung unter der Leitung des Bezirksbrandmeisters teil. Eine Überprüfung der Motorspritze durch die Brandversicherungskammer ergab erhebliche Mängel am Gerät. Ebenso wurde die schlechte Wasserversorgung der Gemeinde bemängelt. Es wurde daher die Errichtung eines Brandweihers empfohlen.

1955    Die Generalversammlung des Jahres wurde am 12.03.1955 vom amtierenden Kommandanten eröffnet. Wie bereits im Vorjahr beschlossen, wurde die Gerätepflege gegen ein Entgelt von DM 50,- an einen Kameraden vergeben. Zur Sprache kam erneut die Neuanschaffung von Uniformen und Ausrüstungsteilen. Weiterhin waren das Feuerwehrfest in Bad Nauheim, das Abhalten monatlicher Übungen und das Anwerben Jugendlicher ab dem 17 Lebensjahr durch den Gemeinderat auf der Tagesordnung . Neben 3 Übungen  konnte die Münsterer Wehr ihr Können bei  2 Einsätzen unter Beweis stellen. Am 6.10.1955 ging die Gemeindescheune in Flammen auf, und am 15.12.1955 brannte ein Dachstuhl. Beide Male konnte durch das schnelle Eingreifen der Brandschützer und das sichere Handhaben der Ausrüstung das Feuer rasch bekämpft und größerer Schaden verhindert werden.

1956    Das Jahr 1956 begann nicht wie bisher mit der Generalversammlung, sondern mit der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Münster wegen eines Zimmerbrandes am 09.03.1956. Auch hier konnten die Männer mit ihrer guten Ausrüstung und Ihrer gut geübten, routinierten Vorgehensweise schlimmeres verhindern. So konnte man am 17.03.1956 in der Generalversammlung bereits auf einen ereignisreichen Jahresbeginn zurückblicken. Tagesordnungspunkte waren unter anderem die Beitragserhebung und die Teilnahme am Kreisverbandstag in Butzbach. Es wurden 5 Übungen abgehalten. Mit einer 14 köpfigen Delegation der Münsterer Feuerwehr wurde am 10.03.1956  der  das Feuerwehrfest in Butzbach besucht.

1957    Am 22.02.1957 wurde die Motorspritze erneut von der Brandversicherungskammer überprüft. Auch diesmal stellte man erhebliche Mängel fest, die eine Neuanschaffung erforderlich machten. Bei der Generalversammlung am 23.03.1957 standen Neuwahlen des Vorstandes auf dem Programm. Am 29.04.1957 wurde eine neue Tragkraftspritze in Dienst gestellt. In diesem Jahr ließ man auch eine alte Tradition wieder aufleben: Das Eieraufheben. Ein Brauch der bis heute ein fester Bestandteil des Feuerwehrjahres ist. Die durch solche Veranstaltungen ohnehin gefestigte Kameradschaft der Feuerwehrmänner wurde durch den Ausflug am 26.05.1957 noch weiter ausgebaut. Am 02.06.1957 wurde im Rahmen einer Übung der neue Wagen für die Tragkraftspritze TSA 8/8 bestückt. Trotz solch eines ereignisreichen Jahres wurden 6 Übungen abgehalten.

1958    Das Jahr 1958 begann für die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Münster mit einem traurigen Einsatz. Sie wurden gerufen, um einen 2 1/2   jährigen Jungen zu suchen, der im Fauerbach ertrunken war. Im Einsatz waren auch die Wehren von Fauerbach und Ober Mörlen. In der Hauptversammlung am 15.03.1958 wurden wieder Ämter vergeben und das Thema Brandschutzabgabe eingehend beraten. In geselliger Runde fand das Eieraufheben am 3. Ostertag großen Anklang. Neben 4 Übungen besuchten die Kameraden Feuerwehrfest in Rockenberg.

1959    Bei der Generalversammlung des Jahres am 14.03.1959 wurden erstmals Gäste der „Siedlung“ Wiesental begrüßt. Als wichtiger Tagesordnungspunkt kam die  bereits im Vorjahr diskutierte Brandschutzabgabe zur Abstimmung. Demnach sollten alle Wehrpflichtigen, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten waren, 15,- DM Brandschutzabgabe entrichten. Weiterhin wurde         beschlossen, den Ausflug in diesem Jahr in Richtung Würzburg anzutreten. Im November stellte der bis dahin amtierende Kommandant sein Amt vorzeitig zur Verfügung.

1960    Neben der Wahl eines neuen Vorstandes und der Vergabe einiger Posten wurde in der Generalversammlung am 20.03.1960 über die Teilnahme am verschiedenen Feuerwehrfesten abgestimmt. Es wurde beschlossen, die Ausbildung an der Tragkraftspritze zu intensivieren. Die Männer absolvierten 5 Übungen, wobei das Eieraufheben nicht fehlte. Außerdem besuchten sie das Feuerwehrfest in Oppershofen. Am 30.09.1960wurde trotz einiger technischer Schwächen der Tragkraftspritze ein Brand in einem Strohschober erfolgreich bekämpft. Nachdem eine Nachtwache abgestellt worden war, konnte am folgenden Tag die am Brandort verbliebene Ausrüstung eingeholt werden.

1961    Wegen der vielen aktiven Mitgliedern konnte in der Hauptversammlung im März 1961 eine Einteilung in mehrere Übungsgruppen vorgenommen werden. Zum Problem der Lagerung von Rohöl, Benzin, Benzol und ähnlicher Flüssigkeiten wurden die neuesten Vorschriften entsprechend Handhabungsrichtlinien und künftiger Verfahrensanweisungen bekannt gegeben. Neben 5 Übungen und natürlich dem Eierauflesen besuchte man außerdem das Feuerwehrfest am 09.07.1961 in Kirch – Göns.

1962    Das Jahr 1962 verlief in ruhigen Bahnen. Es wurden Gerätehauseinweihungen in Fauerbach und Wiesental besucht und am 100 jährigen Jubiläum der Feuerwehr Friedberg teilgenommen. Statt eines größeren Ausflugs veranstaltete man einen Kameradschaftsabend im Dorfgemeinschaftshaus. An den insgesamt 10 Übungsabenden, die von den im Vorjahr eingeteilten Gruppen absolviert wurden, kam die in der Jahreshauptversammlung vom 17.03.1962 beantragten und genehmigten Uniformen zur Verteilung.